Hepkaale und die Hochzeit von Zaach – Teil 3

Teil1, Teil 2.

Dieses Mal war das Wecken ein ganz anderes als das von Sibüü zu Hause. Sie wurde sanft gestreichelt und eine sanfte Stimme flüsterte, dass sie aufwachen sollte. Als sie die Augen aufschlug, sah sie erstmal nur viele hübsche Menschen und dann wurde ihr ein Spiegel vor die Nase gehalten.

Die Leute aus Bad Diikuz hatten ganze Arbeit geleistet, das musste Hepkaale ihnen lassen. Sie sah wie eine völlig andere Person aus. Sie richtete sich auf und schaute ihre Hände und Füße an. Sowohl die als auch ihr ganzer Körper schienen makellos zu sein. Dann kamen die Schneider mit einem wunderbaren Kleid.

Hepkaale stand auf und bekam erstmal sehr hübsche Unterwäsche angezogen. Dann wurde ihr das Kleid angezogen. Es passte ziemlich gut, aber die Schneider waren trotzdem nicht zufrieden und markierten ein paar Stellen, die sich noch ändern wollten. Sie tuschelten, und dann verschwanden sie mit samt Kleid wieder.

Dann machen sich die Stylisten wieder über sie her. Während sie dasaß, überlegte sie, dass sie keine Ahnung hatte, wieviel Zeit vergangen war und wie es ihrer Familie ging. Naja, sie würden schon nicht verloren gehen, und es schadete sicherlich nicht, wenn sie alle wussten, wie doof es war, mit dem Plot Device zu reisen. Dann dachte sie an ihre Stylisten und wieviel Spaß sie mit ihnen gehabt hatte und lächelte.

Irgendwann kamen die Schneider wieder und zogen ihr das Kleid erneut an. Es passte noch besser, und als Hepkaale sich in dem großen Spiegel ansah, konnte sie kaum glauben, dass sie es selber war. Sie ließ sogar den Spiegel umdrehen, um festzustellen, ob einfach ein Bild von jemand anderem hinten draufgeklebt war. So eine wunderschöne, elegante Frau… Die Stylisten und Schneider hatten wirklich ein Wunder bei ihr gewirkt.

„Wenn du nach der Prämierung Lust hast“, flüsterte ihr Wasiimaa ins Ohr, „dann kannst du gerne zu einer zweiten Session vorbei kommen. Mir und Bahiiro hat es viel Spaß gemacht.“

Hepkaale lächelte. „Wenn ich Zeit habe, werde ich das machen.“

Dann wurde sie von einer Gruppe Leute zurück durch die Stadt zum Marktplatz und hinter die Bühne geführt. Dort traf sie auf ihre Konkurrenten, die alle bildhübsch waren, zwei andere Frauen und fünf Männer, einer schöner als der andere. „Hallo“, sagte sie in die Runde. „Ich bin Hepkaale.“

Die anderen stellten sich auch vor, ebenso wie der Mann und die Frau, die sich noch zu ihnen gesellten. Sie alle waren für den Styling-Wettbewerb ausgewählt worden und hatten, jeder von einem anderen Wellness-Tempel, eine Schönheitskur verpasst bekommen.

„Wie geht es jetzt weiter?“, fragte Hepkaale die anderen.

„Wir werden auf die Bühne geführt und von unseren jeweiligen Häusern vorgestellt.“

„Dann entscheidet das Publikum, wer am besten hergerichtet wurde“, ergänzt ein anderer Mann.

„Das Haus bekommt dann eine Auszeichnung für das nächste Jahr als das beste Schönheits-Haus.“

„Und das ist gut?“, wollte Hepkaale wissen.

Die anderen nickten. „Für das Haus ist es super. Dann wissen alle Kunden sofort, dass es das beste ist, und sind bereit, mehr Geld zu bezahlen.“

Hepkaale nickte. Falls jemand bereit dafür war, Geld auszugeben, um schöner zu sein, machte es Sinn. Warum das jemand wollen sollte, war eine ganz andere Frage, aber wenn man in Bad Diikuz oder einer anderen großen Stadt aufgewachsen war, war das sicherlich etwas anderes als wenn man in Tirüplet auf den Kohlfeldern aufgewachsen war.

Bevor Hepkaale weiter darüber nachdenken konnte, ging es auch schon los, und die erste Konkurrentin von ihr wurde von einem Helfer über eine Treppe an der Rückseite der Bühne nach oben geführt.

Es gab Applaus und als der nachließ, hörte sie, wie der Moderator auf der Bühne der Kandidatin ein paar Fragen stellte und ihre Antworten laut für das Publikum wiederholte. Was er fragte, konnte sie nicht verstehen, dafür war die Akustik hinter der Bühne zu schlecht. Dann gab es wieder Applaus.

Als nächstes wurde Hepkaale auf die Bühne geschickt. Sie war doch ein wenig nervös, dass so viele Leute ihr zuschauen sollten. Andererseits kannte sie hier niemand – außer Wasiimaa und den anderen natürlich, aber die hatte sie ja vorhin erst kennen gelernt. Und ihre Familie natürlich, aber Familie war Familie.

Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, stand sie schon auf der Bühne und schaute über den vollen Marktplatz. Hepkaale konnte sich nicht daran erinnern, jemals so viele Menschen auf einem Haufen gesehen zu haben.

Der Moderator stellte ihr ein paar Fragen und Hepkaale beantwortete sie, konnte sich nachher aber nicht daran erinnern, was es für Fragen gewesen waren und was sie geantwortet hatte. Dann musste sie noch zwei Runden auf der Bühne gehen, bekam Applaus und stellte sich dann nach hinten zu ihrer Konkurrentin. Vor dort aus schaute sie zu, wie ihre anderen Konkurrenten auf die Bühne kamen, befragt wurden und herum stolzierten.

Zum Schluss mussten sie alle nochmal nach vorne, sich verbeugen und dann wurden sie von der Bühne und in ein Gasthaus geführt. „Die Jury berät sich jetzt und entscheidet, wer am besten ist“, erklärte ihr einer der Konkurrenten.

„Außerdem wird das Publikum befragt und kann auch abstimmen. Aus beiden Ergebnissen wird dann der Gewinner bestimmt. In ungefähr zwanzig Minuten sind sie fertig.“

Ein Kellner kam und brachte ihnen Getränke, die sich als Teilnehmer nicht bezahlen mussten. Es gab auch ein paar Kleinigkeiten zu Essen. Dann war es soweit und sie wurden wieder abgeholt und zur Bühne geführt. Hepkaale war gespannt, welcher ihrer Konkurrenten wohl gewonnen hatte.

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