Hepkaale und der Alkoholmangel 6

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Erster Teil, fünfter Teil.

Einige Zeit später hörten sie Stimmen oben auf der Klippe. Hastig zogen sie sich wieder an und kurz darauf kam eine junge Frau – sie war Hepkaale als Taalijs Schwester vorgestellt worden – zu ihnen.

„Ich hab euch schon überall gesucht!“

Hepkaale zog ihre Bluse noch zurecht. Taalij fragte: „Warum? Ich habe doch gesagt, dass ich Hepkaale die schönsten Stellen von Taruulaar zeigen wollte. Und genau das habe ich gemacht.“

Hepkaale und Taalij sahen sich an und grinsten. Die schönsten Stellen von Taruulaar… Insbesondere die schönsten Stellen eines bestimmten Bewohners des Ortes…

„Die anderen wollen wissen, ob Hepkaale heute Abend noch da ist. Die Dorfältesten haben vorgeschlagen, das mit einem gemeinsamen Essen zu feiern, falls sie so lange bleiben möchte.“ Sie sah bittend zu Hepkaale.

„Ich würde gerne, aber du weißt doch, wie wenig ich beeinflussen kann, was das Plot-Device macht.“

„Das heißt, du würdest gerne bleiben?“, fragte sie hoffnungsvoll.

Hepkaale nickte. „Wenn es nach mir ginge, würde ich gerne noch länger hier bleiben. Aber meine Meinung zählt für das Plot-Device ja leider nicht so viel.“

Sie nickte. „Ich werde das so den anderen sagen.“

„Wollen wir auch zurück in die Stadt?“

Hepkaale nickte. „Meinetwegen. Ich hätte nichts dagegen, irgendwo hinzugehen, wo es bequemer ist als hier. Meine Knie…“

Taalij lachte. „Meinem Hintern geht es nicht viel besser… Komm!“

Er ergriff ihre Hand und zusammen folgten sie seiner Schwester zurück in den Ort.

***

Alle Bewohner des Fischerdorfs wollten mit Hepkaale reden. Lieber hätte sie die Zeit mit Taalij alleine verbracht, aber das war leider nicht möglich. Hepkaale kannte es ja schon zu genüge, dass sie eine Berühmtheit war und alle mit ihr reden wollten. Vor allem der Bürgermeister ließ sich nicht abwimmeln.

Nach ein paar Stunden hatte sie dann mit allen Leuten geredet und alle darüber aufgeklärt, dass sie Kohlbrand für ihren Bürgermeister besorgen musste. Danach endlich konnte sie wieder Zeit mit Taalij verbringen. Da der Tag lang gewesen war und es für Taalij auch passte, entschied sie, bei ihm eine Nacht zu verbringen.

Eng umschlungen schliefen sich ein und als Hepkaale aufwachte, stelle sie fest, dass sie selten bei einem Abenteuer so gut geschlafen hatte. Zum Glück war das Plot-Device diesmal so gnädig, sie ausschlafen zu lassen.

Zum Frühstück kam ein älterer Mann zu Besuch, mit dem sie am Vortag schon gesprochen hatte.

„Hepkaale“, sagte er. „Mir ist da noch was eingefallen.“

Hepkaale schaute mit vollem Mund auf. „Hm?“

„Du hast doch gesagt, dass euer Bürgermeister den Kohlbrand an einen anderen Bürgermeister verschenken will.“

Hepkaale nickte.

„Da habe ich gedacht, dass ja der Onkel von meiner Frau, der in Zelekaah wohnt, dort Bürgermeister ist.“

Hepkaale schluckte das letzte Stück Räucherfisch runter. „Genau das ist derjenige, den es zu beschenken gilt.“

„Also tatsächlich“, sagte der Mann und holte einen Brief aus der Tasche. „Dann dürfte dich dieser Brief interessieren, den er meiner Frau geschickt hat.“

Er hielt Hepkaale den Brief hin.

„Der Brief ist schon zwei Jahre alt. Aber er schreibt darin, dass euer Bürgermeister zu Besuch war und ihm schon wieder diesen ekligen Tirüplet-Schnaps aus Kohl geschenkt hat.“

„Kohlbrand“, sagte Hepkaale.

„Genau.“

Der Mann schaute Hepkaale an. „Du solltest eurem Bürgermeister das mit dem Kohlbrand ausreden. Mulaaj, also der Bürgermeister von Zelekaah, hat sich ziemlich darüber aufgeregt. Ich bin mir sicher, er würde sich freuen, wenn ihr keinen Kohlbrand für ihn habt.“

Hepkaale grinste. „Das ist super. Darf ich mir den Brief ausleihen?“

Der Mann nickte. „Meine Frau sagt, du kannst ihn haben.“

Er gab Hepkaale den Brief. Hepkaale war klar, dass der Brief wohl der Grund war, warum sie in diesem Ort gelandet war, aber sie hatte ihre Zweifel daran, dass das Abenteuer damit schon zu Ende war. Irgendwo gab es bestimmt noch Leute, die Hilfe brauchten und ihr im Gegenzug Kohlbrand anbieten konnte. Das Plot-Device war schließlich zu gemein, um sie so einfach davon kommen zu lassen.

„Ich glaube, bald wirst du zur nächsten Station deiner Reise geschickt“, sagte Taalij.

Hepkaale nickte. „Das befürchte ich auch. Aber bis dahin genieße ich die Zeit hier bei euch noch.“ Sie gab Taalij einen Kuss auf die Wange. „Vergiss mich nicht, wenn ich wieder weg bin.“

Taalij lächelte. „Wie könnte ich das? Du bist eine Legende, und in Fleisch und Blut noch viel besser als in den Geschichten.“

„Ich werde dich auch nie vergessen, wo auch immer mich meine Abenteuer hinführen werden“, sagte Hepkaale. „Und vielleicht komme ich ja eines Tages mal wieder hier vorbei…“

Dann ertönte wieder das Summen und Brummen des Plot-Devices und Hepkaale wurde zum nächsten Teil ihres Abenteuer gesandt.

Letzter Teil.

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