Hepkaale und der Alkoholmangel 4

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Erster Teil, dritter Teil.

Das Plot-Device summte und brummte, und als Hepkaale ihre Augen wieder öffnete, stand sie auf einem Weg. Vor ihr lag ein bewaldetes Tal, an deren linken Rand eine kleine Stadt war, zu der der Weg hinführte. Wahrscheinlich der nächste Ort, zu dem das Plot-Device sie schickte.

Wenigstens regnete es hier nicht, was ja schon mal ein Fortschritt war. Die Wolken sahen jedoch aus, als könnte es jederzeit beginnen. Schnell machte sie sich auf den Weg, um in der Stadt anzukommen, bevor es zu spät war, wo doch ihre Kleidung gerade erst trocken geworden war. Hoffentlich würde sie es schaffen.

Als die ersten Tropfen fielen, hatte sie gerade den Stadtrand erreicht. Der Regen wurde schnell stärker und Hepkaale flüchtete sich in einen Bäckerladen.

„Hallo, junge Fremde“, begrüßte sie eine ältere Verkäuferin. „Womit kann ich dienen?“

Ihr Akzent klang ungewohnt, aber das sagte ihr nur, dass sie nicht in der Nähe Tirüplets war.

„Ich soll nach Kohlbrand suchen.“

„Kohlbrand?“, fragte die Frau verdutzt. Dann schüttelte sie den Kopf. „So jung und schon so verzweifelt…“

Hepkaale lachte. „Ich will das Zeug ja nicht trinken.“ Dann erzählte sie der Frau die Geschichte, warum sie nach Kohlbrand suchte.

„Euer Bürgermeister hat einen Vogel, wenn er der Meinung ist, dass irgendwer sich über Kohlbrand freut.“

Hepkaale nickte. „Das ist mir auch klar. Aber dummerweise bin ich diejenige, die losgeschickt wurde, um Kohlbrand zu besorgen. Bevor ich keinen habe, werde ich wahrscheinlich nicht nach Hause zurückkehren können.“

Die Verkäuferin schaute Hepkaale mitleidig an. „Das ist eine gemeine Strafe. Was hast du verbrochen?“

Hepkaale schüttelte den Kopf. „Nichts. Ich habe nur ein Plot-Device und deswegen muss ich immer die unmöglichsten Probleme lösen.“

„Du bist also wirklich die Hepkaale auf den Geschichten? Die mit dem Plot-Device?“

Hepkaale nickte. „Ja, leider. Deswegen lande ich ja auch ständig irgendwo, wo es Probleme gibt.“

„Heißt das, wir haben Probleme?“

„Habt ihr keine?“

Die Frau schüttelte den Kopf. „Eigentlich geht es uns ganz gut. Klar, die Bauern meckern immer über das Wetter, aber da der eine Regen und der andere Sonnenschein will, kann man das ignorieren, finde ich. Davon abgesehen haben wir soweit ich weiß keine Probleme.“

„Das wäre ja mal eine positive Überraschung“, sagte Hepkaale.

Die Frau nickte. „Ist doch auch mal schön. Möchtest du was essen?“

Hepkaale nickte. Wer weiß, wo das Plot-Device sie als nächstes hinschicken würde. „Gerne.“

Die Verkäuferin reichte Hepkaale ein belegtes Brötchen mit Käse und Salat.

„Würde es dich stören, wenn ich meine Nichte herhole? Sie ist ein großer Fan deiner Geschichten und würde dich sicherlich gerne selber kennen lernen.“

Hepkaale lächelte. „Mach ruhig. Ich habe allerdings keine Ahnung, wann das Plot-Device der Meinung ist, dass ich weiterreisen sollte.“

„Also stimmen die Geschichten über dich in diesem Punkt.“

Hepkaale nickte. „Leider ja.“

Die Frau verließ den Verkaufsraum nach hinten und Hepkaale setzte sich mit ihrem Brötchen an einen der Holztische. Das Brötchen war gut und Hepkaale schaute aus dem Fenster auf die regennasse Straße und genoss es, zur Abwechslung mal von einem trockenen Ort aus zusehen zu können.

Kurz darauf kam die Frau mit ihrer Nichte im Schlepptau wieder. „Das ist Raaka, meine Nichte.“

„Hallo Raaka, ich bin Hepkaale aus Tirüplet.“

„Hallo! Bist du wirklich die Hepkaale?“

Hepkaale lächelte. „Ich weiß nicht, ob ich die Hepkaale bin, aber ich habe ein Plot-Device.“

„Wirklich? Das ist ja toll. Ich finde deine Geschichten toll. Vor allem die, wo du mit den Meerschweinchen kämpfst…“

Hepkaale stöhnte. „Erinner mich nicht daran. Die Viecher waren echt gruselig.“

„Aber du warst großartig mit der Heugabel.“

Hepkaale seufzte. „Ich fand es schrecklich. Es war voll schmierig und anstrengend.“

„Er zähl mal, wie es wirklich war“, sagte die Frau. „Wir kennen ja nur die Geschichte, die man sich erzählt.“

Hepkaale nickte. „Das kann ich machen.“ Und so erzählte Hepkaale in aller Ruhe die Geschichte, wie sie mit den Monstermeerschweinchen gekämpft hatte. Dazu aßen sie Kuchen und tranken Tee, den die Frau gekocht hatte.

Hier geht es zum fünften Teil.

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