Hepkaale und der Alkoholmangel 2

hepkaale_headerTeil 1 ist hier.

Hepkaale saß zusammen mit Sibüü in der Küche und schälte Kartoffeln.

„Warum wolltest du dem Bürgermeister nicht helfen?“, fragte Sibüü ihre große Schwester.

„Du willst doch nur, dass ich das Plot Device benutze und dich mitnehme.“

Sibüü schaute nach unten und murmelte: „Gar nicht.“

„Außerdem finde ich es unsinnig, das Plot-Device zu benutzen, weil unser Bürgermeister keinen Alkohol mehr hat. Das Plot-Device sollte nur bei wirklich schlimmen Dingen benutzt werden oder am Besten gar nicht.“

Hepkaale pfefferte eine geschälte Kartoffel in den Topf. „Das Plot-Device bringt ja doch nur Ärger.“

Sibüü wollte etwas sagen, aber nach einem Blick auf ihre große Schwester ließ sie es bleiben.

Es vergingen ein paar Minuten, in denen sie schweigend Kartoffeln schälten und jeweils ihren Gedanken nachhingen. Dann fragte Sibüü plötzlich:

„Sag mal, Hepkaale, warum glaubst du, dass es nicht schlimm ist, wenn es keinen Kohlbrand gibt?“

Hepkaale überlegte. Dann sagte sie: „Zelekaah ist drei Tagesreisen von uns entfernt. Was sollen sie machen? Selbst wenn sie ihre fünf Polizisten nach Tirüplet schicken würden, wären sie so alleine, dass sie gegen alle Bewohner Tirüplets nichts ausrichten könnten.“

„Was anderes können sie nicht machen?“

„Sie können keinen Kohl mehr von uns kaufen. Aber da sie den meisten Kohl weiterverkaufen und gut daran verdienen, werden sie das nicht machen. Außerdem können wir unseren Kohl ja auch nach Maalfuf verkaufen, soviel weiter als Zelekaah ist der Ort auch nicht entfernt.“

Sibüü unterbrach ihre Arbeit und schaute Hepkaale an. „Warum will der Bürgermeister dann überhaupt Kohlbrand haben? Wäre es dann nicht völlig egal, was Zelekaah von uns hält?“

Hepkaale schüttelte den Kopf. „Es ist für uns viel einfacher, wenn wir unseren Kohl über Zelekaah verkaufen. Wir müssen uns das Leben nicht unnötig schwer machen. Aber um den Bürgermeister von Zelekaah freundlich zu stimmen, könnten wir ihm auch etwas anderes schenken.“

Sibüü nahm die nächste Kartoffel und schälte sie. „Dein Problem ist also, dass der Bürgermeister ausgerechnet Kohlbrand verschenken will. Warum?“

„Wenn du das Zeug jemals probiert hättest, wüsstest du, was ich meine.“

Hepkaale verzog angewidert das Gesicht, als sie an den Geschmack dachte. „Ich verstehen nicht, warum irgendwer das Zeug trinken will. Wenn ich der Bürgermeister von Zelekaah wäre, würde ich mich von so einem Geschenk beleidigt fühlen.“

Hepkaale nahm die nächste Kartoffel.

„Aber er mag den Geschmack doch, oder nicht?“

Hepkaale nickte. Dann fügte sie hinzu: „Aber das zeigt nur, dass es einen schrecklichen Geschmack hat.“

„Du könntest doch unserem Bürgermeister trotzdem helfen.“

„Niemals! Nicht für Kohlschnaps!“, sagte Hepkaale heftig.

Sibüü zuckte zusammen. „Aber Hepkaale“, sagte Sibüü, „so war das doch nicht gemeint. Ich dachte nur, wenn du dem Bürgermeister hilfst, dann wird es uns vielleicht auch mal helfen.“

Hepkaale lachte sarkastisch. „Der wird uns nur helfen, wenn er mich überreden will, das Plot-Device für ihn zu benutzen.“

„Aber das versucht er ja.“

Hepkaale schüttelte den Kopf. „Ich werde davon wieder nur Ärger haben.“

Sibüü schaute Hepkaale lächelnd an: „Und eine kleine Schwester, die sehr stolz auf dich ist.“

„Das wird dir nichts nützen, ich werde das Plot-Device nicht wegen Kohlbrand nutzen.“

„Was wäre, wenn der Bürgermeister uns für die Benutzung des Plot-Devices zwei Ziegen schenken würde?“

„Zwei Ziegen… hmm… wenn es zwei Schafe wären, könnten wir drüber reden…“

„Siehst du! Darum musst du den Bürgermeister bitten“, sagte Sibüü grinsend.

„Vergiss es. Ich werde ihn um nichts bitten, das ist eine Idee, auf die er von alleine kommen muss.“

Sibüü murmelte irgend etwas, das Hepkaale nicht verstand.

***

Als sie eine Stunde später beim Mittagessen saßen., klopfte es an der Tür. Hepkaales Vater öffnete. Es war der Bürgermeister.

„Hallo Herr Bürgermeister, war können wir für Sie tun?“

„Hallo! Ich wollte mit ihrer Hepkaale sprechen.“ Er schaut zur am Tisch versammelten Familie.

„Ich wollte nochmal nachfragen, ob du wegen dem Kohlbrand etwas unternimmst.“

Hepkaale schüttelte den Kopf.

„Du musst es auch nicht umsonst machen. Als Anerkennung würde ich dir zwei Schafe vermachen.“

„Drei Schafe!“, sagte Hepkaale und verschränkte die Arme. Darauf folgte das unvermeidliche Feilschen und am Ende einigten sie sich auf zwei Schafe und ein Lamm. Dafür sollte Hepkaale bis zum Abend das Geschenk für den Bürgermeister aus Zelekaah besorgen.

„Sehr gut“, freute sich Sibbü. „Wann fangen wir an?“

Hepkaale schaute ihre Lieblingsschwester streng an. „WIR machen gar nicht. Du wirst schön hierbleiben und helfen.“

„Aber Hepkaale! Ich will doch mit!“

Hepkaale schüttelte den Kopf. „Nein! Wenn ich mich schon auf so eine gefährliche Reise begeben muss, dann musst du für mich heute Nachmittag helfen. Ich werde Mutter fragen, ob du vorbildlich warst!“

Sibüü zog einen Schmollmund. „Das ist unfair!“

„Dass du mich schon wieder überredet hast, das ist unfair“, konterte Hepkaale, stand auf und ging in die Werkstatt, wo ihr Plot-Device stand.

Hier ist Teil 3.

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