Rückkehr von Etumülat

Hier die Vorgeschichte.

Tülo war auf dem Rückweg von der Großen Versammlung in Etumülat nach Schü. Er hatte viel nachzudenken, während er wanderte.

Die erste Strecke von Elumülat bis Tochüch waren sie in einer größeren Gruppe unterwegs gewesen und hatten noch einige Handelsfragen geklärt, die für die Einwohner von Schü von Bedeutung waren. In Tochüch hat sie die Gruppe dann in die verschiedenen Richtungen aufgeteilt und ab Schöck waren sie nur noch zu viert, Tülo, Haulai und zwei ältere Männer aus Tuföcht.

Diese Karte zeigt das Land Etulörg im Jahr 1240 AZ

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Die Große Versammlung, bei der er zum ersten Mal selber teilnehmen durfte, war eine interessante Erfahrung gewesen. Die meisten Diskussionspunkte waren für ihn und die Bewohner von Schü nicht sehr relevant. Viele der Teilnehmer mussten jedoch zu jedem Punkt, über den gesprochen wurde, ihren Senf dazu geben und auch die kleinste Kleinigkeit endlos ausdiskutieren. Die anderen hatten ihn schon vor den oft endlosen Diskussionen gewarnt, aber dass es so ermüdend würde, damit hatte er nicht gerechnet. Warum musste man drei Stunden darüber diskutieren, ob eine Brücke über einen Bach in den Bergen anzulegen sei oder nicht? Wenn die Leute, die den Weg nutzten, das für sinnvoll hielten, sollten sie eben selber eine Brücke bauen, hatte Tülo sich während der Diskussion gedacht. Genau das war auch das Ergebnis nach etwas mehr als einer Stunde.

Neben den ganzen politischen Diskussionen gab es den begleitenden Markt, wo alle möglichen Leute aus dem ganzen Land ihre Waren verkauften und tauschten, wann immer die Große Versammlung eine Pause machte. Dieser Markt und das zugehörige Beisammensein, bei dem der Alkohol in Strömen floss, diente nicht nur dem Handel sondern auch dem Knüpfen von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Tülo hatte sich im Vorfeld Sorgen darum gemacht, dass ihn die Frauen als möglichen Heiratspartner betrachten würden, und genau das war auch eingetreten. Doch am zweiten Abend hatte er mit Haulai gesprochen, die er schon seit seiner Kindheit kannte und die im Nachbarort aufgewachsen war. Ihr hatte er schließlich von seinen Problemen und Wünschen erzählt. Sie hatte ihm daraufhin von einer Cousine aus Aploch erzählt, die auf Frauen stand. Leider war die Cousine nicht bei der Großen Versammlung, aber Haulai versprach, einen Kontakt zu ihr herzustellen.

„Weißt du, ob deine Cousine eine Partnerin hat“, nahm Tülo das Thema wieder auf, als sieauf dem Heimweg waren. Sie waren bereits kurz vor Tuföcht und hatten es endlich geschafft, sich ein wenig von den älteren Männern aus ihrem Ort abzusetzen.

Haulai schüttelte den Kopf. „Ich habe schon seit ein paar Monaten nichts mehr von ihr gehört. Aber ich weiß, dass sie noch mehr Frauen kennt, die wie sie über Frauen und Männer denken.“

Tülo schaute Haulai von der Seite an, während sie dem Weg folgten. „Es wäre so schön, wenn sich so ein Zusammenleben organisieren ließe“, sagte er.

„Ich denke schon, dass sich da jemand finden lässt. Sie leidet ja auch darunter, dass ständig alle fragen, wann sie heiraten wird. Ich werde ihr mal einen Brief schreiben und dabei erwähnen, dass ich da jemanden kenne, der eine Idee hat…“

„Das wäre schön“, sagte Tülo und dachte an seinen Partner Khano und lächelte beim Gedanken daran, nicht mehr ständig wegen Frauen genervt zu werden.

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