Auf Rollschuhen durchs Raumschiff

Alilydi und Bajan saßen vor dem Bildschirm und schauten einen Film von der Erde.

„Hey, das Rollshcuhlaufen, das die da machen, sieht voll toll aus“, sagte Alilydi zu ihrem Freund. „Meinst du, wir könnten sowas auch hier auf dem Raumschiff machen?“

„Rollschuhlaufen? Auf der Sejereh?“ Bajan sah sie skeptisch an. „Ich weiß nicht, ob das geht.“

„Klar geht das“, sagte sie voller Begeisterung, als sie merkte, dass er noch nicht ganz überzeugt war. „Warum sollte es nicht gehen?“

Bajan überlegt, aber ihn fiel kein Argument ein, warum es unmöglich sein sollte. „Aber wo kriegen wir Rollschuhe her?“

Jetzt war es ihm doch gelungen, ihren Enthusiasmus etwas zu bremsen. „Das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich haben wir keine an Bord.“

„Bestimmt nicht“, sagte er. „Aber wir können natürlich den Computer fragen.“

Sie stellten den Film aus und fragten dann den Computer, ob es an Bord Rollschuhe gab. Wie erwartet war die Antwort, dass es keine gab.

„Hmm“, sagte Alilydi enttäuscht. „Dann müssen wir wohl eine Möglichkeit finden, um selber welche zu bauen.“

Bajan schaute seine Freundin skeptisch an. „Du willst selber Rollschuhe bauen?“

„Natürlich!“, sagte sie mit Nachdruck. „Wenn die auf der Erde das hingekriegt haben, dann müssen wir hier auf der Sejereh das doch auch schaffen. Wofür haben wir sonst die ganzen Werkstattmodule?“

„Die Werkstattmodule? Die dürfen wir doch nur in der Schule für den Unterricht benutzen.“ Bajan war sich sicher, dass er sie mit diesem Argument überzeugen konnte, dass sie keine Rollschuhe bekommen würden, doch sie ließ nicht locker.

„Dann fragen wir eben unseren Lehrer, ob wir im Unterricht Rollschuhe bauen können. Er sagt doch immer, dass wir eigene Ideen mitbringen sollen.

„Nun gut“, antwortete er, noch immer nicht ganz überzeugt. „Lass uns unseren Lehrer fragen.“

In der nächsten Handwerksstunde fragte Alilydi ihren Lehrer: „Können wir vielleicht im Unterricht mal Rollschuhe bauen?“

Ihr Lehrer schaute sie an. „Was willst du bauen?“

„Rollschuhe. Das sind so Schuhe, unter denen Rollen sind. Die gab es auf der Erde. In dem Film, in dem wir das gesehen haben, sah es voll lustig aus.“

Als ihr Lehrer nicht sofort begeistert war, fügte sie noch hinzu: „Sie haben schließlich immer gesagt, wenn wir mal was bauen wollen, dass sollen wir das sagen.“

Jetzt lächelte ihr Lehrer. „Das habe ich wirklich gesagt.“

„Wir dürfen also?“, fragte Alilydi begeistert.

„Wie genau sehen denn Rollschuhe aus?“

„Das sind so Schuhe, unter denen vier Rollen befestigt sind. Im Computer gibt es bestimmt eine Bauanleitung.“

„Hmm, gut, wenn ihr herausfindet, wie Rollschuhe gebaut werden und wir das hier in der Werkstatt machen können, dann helfe ich euch dabei.“

„Jipppieee!“, fragte sich Alilydi und rannte sofort zu Bajan, um ihm die tolle Neuigkeit zu erzählen.

„Und wir dürfen uns wirklich Rollschuhe bauen?“, fragte er ungläubig.

„Das hat er gesagt“, bestätigte Alilydi. „Wir müssen nur rausfinden, wie das geht. Nachher, gleich nach der Schule, befragen wir den Computer, abgemacht?“

„Ja, lass uns, das wird bestimmt toll“, stimmte Bajan zu.

Den ganzen Abend verbrachten die beiden am Computer und suchten nach brauchbaren Anleitungen, wie man sich Rollschuhe bauen konnte und auch den nächsten Tag verbrachten sie damit. Nach drei Abenden waren sie der Meinung, dass sie endlich genug über Rollschuhe gelernt hatten, um zu wissen, wie sie zu bauen waren und worauf man achtete. Am nächsten Tag im Handwerksunterricht erklärten sie ihrem Lehrer, was sie alles tun mussten, und er gab ihnen ein paar Tipps, welche Materialien wohl besser geeignet waren als das, was sie sich überlegt hatten. und dann konnten sie endlich mit bauen anfangen.

Es dauerte über drei Wochen, bis sie das erste paar Rollschuhe fertig hatten. Alilydi zog sie sich an. Bajan hielt sie auf der einen Seite fest und ihr Lehrer auf der anderen. Sofort rollte ihre Füße weg, der eine nach rechts vorne, der andere nach links hinten. Bajan und ihr Lehrer hielten sie, so dass sie nicht hin fiel. Sie mühte sich, ihre Beine wieder gerade zu kriegen. Es dauerte eine Weile, doch als sie es geschafft hatte und ihre Füße direkt unter ihr standen, fühlte es sich überraschend stabil an.

Dann wollte sie einen Schritt machen, doch als sie den einen Fuß nach vorne setzte, rollte der andere nach hinten weg und sie hing wieder in den Armen der anderen.

„Du darfst keine Schritte machen“, sagte Bajan. „Zumindest nicht so wie beim laufen.“

„Wie dann?“

„Du hast doch den Film gesehen“, sagte ihr Freund. „Immer im Wechsel einen Fuß nach rechts und nach links rollen lassen.“

Alilydi überlegt, war er damit meinte, dann fiel es ihr wieder ein. „So ungefähr?“, fragte sie und ließ ihre Füße auseinander rollen. Tatsächlich bewegte sie sich vorwärts, doch wie konnte sie wieder anhalten? Und wie bekam sie ihre Füße dazu, nicht immer weiter auseinander zu rollen?

Dann saß sie plötzlich auf ihrem Hintern auf dem Boden und Bajan und ihr Lehrer schauten auf sie herab. „Es ist wohl doch nicht ganz so einfach, wie es in dem Film aussah“, sagte sie und lachte. Dann zog sie die Rollschuhe aus und gab sie Bajan, dass es sie auch mal probieren konnte.

Den ganzen Nachmittag verbrachten sie mit üben, und als es Abend wurde, schafften sie es, quer durch ihr Klassenzimmer und auch wieder zurück zu fahren.

—-

Ich arbeite noch an einem zweiten Teil der Geschichte, komme aber momentan nicht so richtig voran. Sobald ich den jedoch fetig habe, bekommt ihr natürlich zu lesen, was die beiden mit ihren Rollschuhen im Raumschiff so erleben. Ich kann euch jetzt schonv erraten, es wird turbulent werden!

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