Abenteuer auf dem Mond Zahybata

Anfalka hatte sich zusammen mit ihren Freunden Bahz und Bylda auf einem Rettungs- und Landeschiff eingeschlichen, das unterwegs war, um von einem kleinen Möndchen einige Rohstoffe zu holen, während die Sejereh ihren Weg ins Innere des Sonnensystems fortsetzte. In ein paar Monaten würden zur Sejereh zurückkehren, dann mit Laderäumen voller Rohstoffen.

Dummerweise wurden sie schon drei Tage nach dem Start entdeckt und die Erwachsenen hatten überlegt, ob sie umkehren und sie zur Sejereh zurück bringen sollten. Sie hatten sich dann aber dagegen entschieden.

Sehr zu Anfalkas Verdruss hatten sie stattdessen entschieden, dass sie zur Strafe jede freie Minute mit lernen verbringen sollten, so dass die letzten sechs Wochen mit sehr viel Schule angefüllt waren. Aber jetzt waren sie bei Zahybata angekommen.

Anfalka und ihre Freunde hatten sich an den Fenstern die Nase platt gedrückt, als das Schiff ganz langsam auf der Oberfläche gelandet war. Von ihrem Schiff aus sah der Mond nicht viel größer als die Sejereh aus, nur dass er eben aus massivem Stein war. Anfalka war sehr gespannt, wie es sich wohl anfühlen würde, über den Mond zu laufen.

Ursprünglich wollten die Erwachsenen, dass sie an Bord blieben, aber dann waren sie zum Glück zu dem Schluss gekommen, dass es sehr lehrreich wäre, auf einem Mond ein wenig herum zu laufen. Das wäre schließlich ganz etwas anderes aus ein Ausflug in die Umgebung der Sejereh im leeren Weltraum.

Die Oberfläche sah schon sehr spannend aus, es gab Felsen und ein großes Kliff, das sie durch das Fenster sehen konnten. Ein Teil der Oberfläche war mit einem welligen Muster aus Staub oder kleinen Steinen bedeckt, und es gab ein paar Gräben und Einschlagkrater.

Die ersten Tage auf dem Mond durften sie jedoch nicht raus, da die Erwachsenen erst alles vorbereiten mussten. Aber vom Observatorium aus konnten sie schön die Monde Wafyrs beobachten, die jeder irgendwie anders aussahen. Einer sah aus wie ein Schwamm, ein anderer war angeblich eine Kugel aus Eis, während sie bei einem anderen Geysire sehen konnten. Einer der Monde kam ihnen Tag für Tag näher und wurde immer größer.

Und dann die Polarlichter auf Wafyr. Es war sehr spannend für Anfalka und ihre Freunde, die wallenden, wabernden Licht auf dem riesigen Planeten zu beobachten. Sie konnten sie sogar ohne Teleskop erkennen.

Aber das spannendste in dieser Zeit war es, den Erwachsenen zuzuschauen, wie sie über den Mond hopsten und so etwas wie ein Metallgerüst um das Raumschiff herum aufbauten. Jeden Tag wurde es ein Stück länger, und als sie schließlich den Bereich, den sie vom Raumschiff aus sehen konnten, komplett überspannt hatten, kam Tyar zu ihnen und sagte ihnen, dass sie am nächsten Tag auf den Mond dürften.

Die nächste Nacht kam ihnen unglaublich lang vor, und dann endlich konnten sie sich in ihre Raumanzüge quetschen und dann ging es in die Schleuse. Rafyak begleitete sie. Sie hakten ihre Sicherheitsleinen in dem Gerüst ein, das die Erwachsenen in den letzten Tagen gebaut hatten, und dann konnten sie über die Oberfläche hüpfen. Es war fast, als wären sie Schwerelos, nur dass sie nach einer Weile immer wieder auf die Oberfläche herab sanken. Bahz sprang einmal zu kräftig ab und schwebte über das Gerüst hinaus, bis seine Sicherheitsleine ihn bremste und wieder auf die Oberfläche sinken ließ.

Sie sprangen herum und schauten sich die Gräben und Klippen an – Bylda sprang von einer der Klippen herunter und brauchte fast fünf Minuten, bis er unten ankam. Dann federte er vom Boden ab und stieg wieder in die Höhe, um fünfzig Meter weiter erneut zu landen.

Als sie anfingen, sich gegenseitig mit kleinen und größeren Steinen zu bewerfen, kam Rafyak und meckerte mit ihnen und drohte ihnen an, wenn sie nicht vernünftig wären, müssten sie zurück ins Raumschiff.

Dann ging der Mond auf, der ihnen immer näher gekommen war. Ganz langsam stieg er über die Horizont, geformt wie eine zusammengeknüllte Bettdecke mit schützig-grauem Laken, das dringend mal gewaschen werden sollte. An einer Seite hatte er ein seltsames Anhängsel, das ihn noch unförmiger wirken ließ als er es ohnehin war.

„So ist es also, wenn man auf einem Planeten steht?“, fragte Anfalka die anderen.

„Es ist toll“, sagte Bylda. „Man kann so schön rumlaufen und springen und es gibt nur wenig Erwachsene, die einem sagen, was man alles nicht machen darf.“

„Ich freue mich schon auf den Planeten“, sagte Bahz. „Ich werde bei den ersten sein, die auf die Oberfläche gehen.“

„Ich auch“, sagten Anfalka und Bylda wie aus einem Munde.

„Kommt, wie müssen zurück an Bord“, rief Rafyak dann, und so machten sich Anfalka, Bahz und Bylda auf den Rückweg zum Schiff.

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3 Antworten zu Abenteuer auf dem Mond Zahybata

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  2. 500woerterdiewoche schreibt:

    …warum macht Anfalka zwischen dem ersten und dem vierten Absatz eine spontane Geschlechtsumwandlung durch? 😛

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