Hepkaale und die süßen Monstermeerschweinchen – Teil III

hepkaale_headerTeil 1, Teil 2

Hepkaale und Ghulaam lagen noch eng umschlungen im Bett, als von draußen plötzlich laute Rufe zu hören waren.

„Die Monstermeerschweinchen! Die Monstermeerschwinchen kommen!“

„Was ist da los“, fragt Ghulaam, doch Hepkaale antwortete nur: „Einfach nicht hinhören. Das hat nichts mit uns zu tun, rein gar nichts.“

Der junge Mann schaute sie verwirrt an. „Es scheint aber doch wichtig zu sein.“

„Monstermeerschweinchen können gar nicht wichtig sein“, erklärte Hepkaale kategorisch und verschränkte die Arme.

„Ich schaue trotzdem mal nach, was los ist.“

Damit stand er auf und zog sich an. Hepkaale überlegt, ob sie mitgehen sollte, entschied sich dann aber dafür, einfach im Bett liegen zu bleiben und die Decke über den Kopf zu ziehen.

 

Es dauerte eine ganze Weile, bis Ghulaam schließlich wiederkam. Es stelle sich herraus, dass die Monstermeerschweinchen in einem riesigen Rudel in den Bergen unterwegs waren und dem Ort immer näher kamen.

„Und man kann nichts gegen die vermaledeiten Viehcher unternehmen. Jetzt kann unser Dorf nur noch ein Wunder retten“, beschloss er seinen Bericht.

Hepkaale stöhnt. Sie hatte es schon geahnt, als sie das erste mal von den Monstermeerschweinchen gehört hatte, dass sie der Grund warum, warum das Plot-Device sie nach Salak geschickt hatte. Dann hatte sie eine Idee und schaute unter der Decke hervor. „Kann man flüchten?“

„Es gibt einen Weg über die Berge in die andere Richtung, Richtung nachtwärts. Aber wir können doch nicht unser Dorf den Viehchern überlassen.“

„Ihr nicht, aber ich kann abhauen, es ist schließlich nicht mein Dorf. Mein Dorf ist Tirüplet und da gibt es nur Kohl und uns. Keine Monstermeerschweinchen.“

„Bei euch gibt es keine Monstermeerschweinchen?“

„Nein. Genausowenig wie Fische.“

„Das muss ja paradiesisch sein bei euch in Tirüplet.“

„Meinst du, wenn ich mich beeile, kann ich den Viehchern entkommen?“

„Wenn du dich beeilst, wahrscheinlich schon.“

Sofort sprang Hepkaale aus dem Bett, zog sich ihre Klamotten an – ihr Oberteil war auf links, aber das war ihr im Moment egal – und rannte los in die Richtung, die Ghulaam ihr zeigte. Der Weg führte in einem engen Tal mit vielen Windungen den Berg hinauf. Minuten um Minuten rannte Hepkaale, doch bald war sie außer Atem und wurde langsamer. Hinter jeder Biegung des Weges hoffte sie, dass sie bald oben sei, aber immer wieder sah sie nur weitere Berge.

Als sie wieder eine Biegung hinter sich gelassen hatte und die nächste vor sich sah, hörte sie plötzlich ein Brummen und Summen. Ihr Plot-Device, eindeutig. Vielleicht würden ihre Mühen jetzt belohnt werden und sie käme endlich nach Hause.

 

Als das Brummen nachließ, war Hepkaale sehr enttäuscht. Sie war nicht etwa zu Hause gelandet, sondern wieder am Hafen von Salak.

„Hepkaale!“ hörte sie eine Stimme rufen. Es war Ghulaam. Dann bemerkte Hepkaale, dass sie etwas in der Hand hielt. Eine Sense. Eine Sense mit seltsamen Verzierungen an Griff und Klinge. Warum hielt sie eine Sense in der Hand? Wie kam die dahin?

„Ich wusste, sie würde wiederkommen“, rief Ghulaam, mehr zu den Leuten, die um ihn herum standen als zu Hepkaale. „Sie musste nur eine passende Waffe holen.“

„Hoch lebe Hepkaale!“, riefen die Leute da. „Sie wird uns von den Monstermeerschweinchen befreien.“

Hepkaale ließ die Sense fallen. So war das nicht gedacht gewesen. Sie würde den Leute die Sense lassen und weglaufen. Die Leute hatten ihre Waffe, dann konnte das Plot-Device sie nach Hause lassen. Wahrscheinlich konnten sie sich selber viel besser verteidigen, als sie das jemals gekonnt hätte, sie hatte schließlich in ihrem ganzen Leben noch keine Sense in der Hand gehabt, und schon gar keine mit irgendwelchen mystischen Verzierungen auf dem Griff.

„Sie wird sie besiegen!“

„Kämpft doch selber, ihr habe jetzt die mystische Sense!“, rief sie den Leute zu und rannte los, wieder auf den Weg in die Berge zu. Mehrere Leute wollten ihr folgen, doch Ghulaam hielt sie zurück.

„Lasst sie, sie weiß, was sie tut, sie hat uns schließlich auch dieses Ding gebracht.“ Mit einem Blick über die Schulter sah Hepkaale noch, dass er die Sense aufhob, dann bog sie um eine Häuserecke und folgte dem Weg in die Berge.

Dieses Mal war sie deutlich langsamer als bei ihrem letzten Lauf und sie merke in ihren Beinen, dass sie morgen einen fiesen Muskelkater haben würde. Aber egal, Hauptsache weg von hier, dachte sie sich und rannte weiter.

Noch bevor sie die Stelle erreicht hatte, wo das letzte Mal das Plot-Device sie zurückgeholt hatte, hörte sie wieder das Summen und Brummen und stand kurz darauf wieder auf dem Dorfplatz. Diesmal hatte sie einen Dreschflegel in der Hand.

„Da ist sie wieder!“

„Und seht mal, was sie diesmal mitgebracht hat. Ein mythisches Dingsbums.“

„Einen Flegel“, erklärte Hepkaale.

„Egal, damit wirst du bestimmt die Monstermeerschweinchen besiegen.“

„Aaaaargh!“, schrie Hepkaale daraufhin, warf den Dreschflegel in die Menge und rannte wieder los, um ein drittes Mal zu versuchen, das Dorf zu verlassen. Doch auch dieses Mal kam sie nicht weit und wurde vom Plot-Device zurückgeschickt.

Teil 4

Dieser Beitrag wurde unter Geschichten, Sma Azirk abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Hepkaale und die süßen Monstermeerschweinchen – Teil III

  1. Pingback: Results for week beginning 2014-08-18 | Iron Blogger Berlin

  2. 500woerterdiewoche schreibt:

    Haha, arme Hepkaale! Ob sie wohl bald lernt, dass sie vor dem Plot-Device nicht weglaufen kann?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.