Hepkaale und die süßen Monstermeerschweinchen

hepkaale_headerDer Tag, als Hepkaale das grauenhafte Meerschweinchen traf, begann als ein ganz normaler Tag. Sie stand auf, frühstückte gemeinsam mit ihrer Familie und fütterte danach ihre Schweine. Nachdem das erledigt war, saß sie im Arbeitszimmer der Familie und musste mit ihrer Lieblingsschwester Sibüü Schreiben und Lesen üben.

Doch ihre Schwester hatte mal wieder keine Lust darauf, und so fragte sie Hepkaale über das Plot-Device aus.

„Du, Hepkaale“, fragte sie schließlich, „kann ich dein Plot-Device mal sehen?“

Hepkaale schüttelte den Kopf. Sie hatte das Gerät erst dreimal benutzt, aber schon jetzt eine Abneigung dagegen. Jedes Mal hatte es sie in ein haarsträubendes Abenteuer geschickt. Es stimmte schon, am Ende hatte sie immer das bekommen, was sie wollte, aber sie hätte das Ganze auch einfacher haben können. Und so hoffte sie, dass ihr Gerät in Tirüplet möglichst schnell in Vergessenheit geraten würde.

„Aber Lieblingsschwester“, bettelte Sibüü. „Alle andere durften es doch auch schon sehen, nur ich nicht, weil ich ins Bett musste und nicht nochmal aufstehen durfte.“

Hepkaale schüttelte erneut den Kopf. „Jetzt ist erstmal Lernen angesagt. Wenn du gut bist, zeige ich es dir vielleicht danach.“

„Versprochen?“

Hepkaale nickte. Daraufhin stürzte sich Sibüü mit neuer Energie auf die Aufgaben, die ihre große Schwester ihr stellte.

 

Hepkaale hoffte, dass Sibüü, bis sie mit Lernen fertig war, das Plot-Device vergessen haben würde, aber natürlich passierte das nicht, und so nahm sie ihre Schwester schweren Herzens mit in ihre Werkstatt, wo das Gerät stand.

„Oh, das ist also dein Plot-Device! Ich habe es mir irgendwie viel größer vorgestellt, mehr so wie etwas, was dich als ganzes verschlucken kann.“ Sie war eindeutig von dem langweiligen Kasten mit den wenigen Knöpfen enttäuscht. „Kann ich es ausprobieren?“

„Nein!“, erwiderte Hepkaale scharf. „Auf keinen Fall!“

„Aber ich will auch mal sehen, wie es funktioniert.“

„Es ist gefährlich!“ Als Sibüü es trotzdem anfassen wollte, schimpfte Hepkaale: „Fass es auf keinem Fall an!“

Sibüü schaute Hepkaale an und setzte dabei ihren niedlichsten Treue-Hunde-Blick auf. „Bittebittebitte!“

„Nein! Drück ja nicht auf den Knopf da!“

„Ist ja gut“, lenkte Sibüü ein, doch als Hepkaale sich umdrehte, gewann ihre Neugier die Oberhand und sie aktivierte das Plot Device. Der Knopf klickte deutlich vernehmbar und Hepkaale wirbelte herum. „Hast du etwa…“ Dann, als nichts weiter passierte, stutzte sie.

Sibüü schaute sie mit ihrem niedlichsten Hundeblick an. „Sei mir nicht böse, ich wollte doch nur auch mal…“

Hepkaale sagte nichts und legte den Kopf auf die Seite.

„Was ist los?“, wollte Sibüü nun wissen. „Was ist passiert?“

„Nichts ist passiert“, antwortete Hepkaale mit einem Lachen. „Du hast den Knopf gedrückt und nichts ist passiert.“

Sibüü schaute ihre Schwester verwirrt an. „Und was heißt das? Funktioniert das Plot-Device nur bei dir?“

„Warum sollte es das? Ich hoffe, dass ich Glück habe und es kaputt ist. Vielleicht ist es aufgebraucht und wird nie mehr Unheil anrichten.“

„Meinst du wirklich? Aber du hast es doch bisher kaum benutzt“, erwiderte Sibüü traurig.

„Das, was ich erlebt habe, reicht mir völlig.“ Hepkaale dachte an ihre bisherigen Abenteuer mit dem Gerät und dass sie sich nach jeder Benutzung geschworen hatte, dass sie es nie wieder aktivieren würde. Falls es wirklich kaputt wäre, so wäre das ein großer Segen für sie.

„Dann solltest du nachschauen, ob es kaputt ist oder nicht“, unterbrach Sibüü ihre Überlegungen, doch Hepkaale war von den Worten ihrer Schwester nicht überzeugt. So lange wie möglich wollte sie vermeiden, den Startknopf zu drücken. Oder sollte sie es doch ausprobieren und hoffen, dass nichts passierte? Aber wenn das Plot-Device doch nicht kaputt war? Auf ein neues Abenteuer hatte sie schließlich überhaupt keine Lust.

Doch als ihre Schwester ihr vorschwärmte, wieviel entspannter es für sie wäre, wenn sie Bescheid wüsste, gab sie schließlich nach.

„In Ordnung, ich versuche es. Aber stell dich hinter mich, man weiß nie, was bei dem Ding als nächstes passiert.“

Und so stand Sibüü in sicherem Abstand hinter ihr, als Hepkaale das Plot-Device zum vierten Mal aktivierte. Sofort begann es zu summen und zu brummen.

„Oh nein!“, konnte Hepkaale noch sagen, und dann schickte sie das Plot-Device in ihr nächstes Abenteuer.

Teil 2

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3 Antworten zu Hepkaale und die süßen Monstermeerschweinchen

  1. 500woerterdiewoche schreibt:

    Fiiieser Cliffhanger 😛

  2. Pingback: Results for week beginning 2014-08-11 | Iron Blogger Berlin

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